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Heinrich Röist, Zürich

Die Zunft der Pfister und Müller unterschied von der Gründung (1336) bis zur Auflösung (1798) klar zwischen Handwerksinnung und der mit politischen Rechten ausgerüsteten Zunft. In Handwerkssachen waren die Pfister und Müller von jeher getrennt, in politischen Dingen waren sie als sogenannte "gespaltene Zunft" miteinander verbunden. Dabei hatten die Pfister jeweils doppelt so viele Ratsmitglieder und Soldaten zu stellen wie die Müller. Die Pfister teilten sich in "Fogenzer" (von focus, der Herd), d.h. solche, denen die Kunden ihr eigenes Mehl brachten zum Verbacken, und "Feiler", welche Brot aus selbst gekauftem Mehl lieferten.

Anno 1416 beschied der Rat die Fogenzer vor sich und liess sie zu den Heiligen schwören, "dass sie jedermann gut Brot geben, das die Gewicht habe, und niemandem Brot ungewogen geben." Im alten Zürich wählte die Zunft 77 Zunftmeister aus 56 Geschlechtern. Von den bis zur Französischen Revolution zünftigen Familien erscheinen heute noch die Geschlechter der Hirzel, Locher, Meyer, Müller, Paur, Schulthess und Wehrli im Zunftrodel.

An Bürgermeistern stellte die Zunft der Stadt Rudolf von Cham (1454), Heinrich Röist (1469), Caspar Thomann (1584), Johann Heinrich Hirzel (1723) und Johannes Hofmeister (1734). Bei der Neukonstituierung im Jahr 1802 bestand die Zunft zum Weggen aus 93 Partizipanten aus 45 Geschlechtern.

Auf dem Weggen werden Geselligkeit, gute Traditionen, Freundschaft, vaterländischer Geist und die Liebe zu unserer Stadt Zürich gepflegt und im Rahmen des Möglichen auch der Nachwuchs im Bäcker- und Konditorgewerbe gefördert.

Die Gesellschaft der Pfister erwarb am 17. Januar 1404 das Haus zum Weggen an der Urdorfgasse (heute Weggengasse) und an der kleinen Hofstatt (heute Weinplatz). Sie wurde fortan auch Weggenzunft genannt. Das Haus blieb im Besitz der Zunft bis zum Jahr 1871.

Die Gesellschaft der Müller besass verschiedene Häuser, bis sie im Jahre 1599 das Haus zum Müllirad auf der grossen Hofstatt (Stüssihofstatt) erwarb und sich in der Folge Gesellschaft zum Müllirad nannte. Dieses Haus wurde 1798 verkauft.

 

 

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