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Plan Sigriswil Steffisburg - Geschichte - History Sigriswil

Panorama
Panorama - Sigriswil und seine Orte


Sigriswil mit Blick auf den Niessen
Foto: Roland Zumbühl, Arlesheim, 05/2001


Kirche Sigriswil

Sigriswil BE   Wappen von Steffisburg

Funde aus der Neusteinzeit und der Bronzezeit bezeugen, dass die Landschaft Sigriswil schon vor etwa 5000 Jahren von Menschen bewohnt war. Die Ortsnamen Merligen und Ralligen sind alemannischen Ursprungs, so dass die ersten Dorfgemeinschaften etwa im 5. Jahrhundert n. Chr. am See entstanden sein dürften, die Siedlungen in der oberen Gemeinde zwischen dem 8. und 10. Jahrhundert.

Im Jahre 1347 konnten sich die Sigriswiler für 300 Pfund Thuner Pfennige vom Kyburger Grafen Eberhard im Schloss Thun loskaufen, da der Graf in Geldnot geraten war. Dieser "Freiheitsbrief" ist noch heute im Original im Archiv der Verwaltung aufbewahrt. Früher war er wohl im Gemeindegewölbe untergebracht; dieses Gewölbe wurde im Jahre 1564 erstellt und 1896 renoviert. Sinnvoll ist der Spruch der damaligen Pfarrfrau von Steiger angebracht: "Der Sigriswiler alte Freiheitsbriefe ich bewach', die Freiheit selber zu erhalten, das ist eure Sach'."

Bald nach Abschluss dieses Kaufvertrages übernahm die Stadt Bern die Oberhoheit über weite Teile des Oberlandes. Sie macht aus der Landschaft Sigriswil mit ihren elf Dörfern ein Freigericht, das bis 1798 Bestand hatte und als Vorläufer der heutigen Einwohnergemeinde bezeichnet werden kann.

Im Jahre 1871 wurde die damalige Burgergemeinde aufgehoben, und mit Ausnahme der Alpen mit etwas Wald wurde das allgemeine Burgergut mit den darauf haftenden Schulden und Lasten an die heutige Einwohnergemeinde abgetreten.

Geschichte der Kirche Sigriswil

Sie gehört zu den 12 Thunerseekirchen und soll der Legende nach von König Rudolf II. von Hochburgund gebaut worden sein.

Auf dem Kirchturm steht auf einem Stein die Jahrzeit 933. Urkunden aus der Zeit der Kirchengründung gibt es keine. Vermutlich wurde die Kirche um 900 herum erbaut und war zuerst aus Holz. Dieses älteste Gotteshaus gehörte zum Bistum Konstanz und wurde dem Heiligen Gallus geweiht. Nach 900 erfolgte ein Umbau mit Apsis und polygonalem Abschluss.

1226 gehörte die Kirche den Edlen von Bremgarten, welche sie dem Kloster Interlaken schenkten. In diesem Zusammenhang gab es einen Streit zwischen Cuno v. Brienz, dem Schultheißen von Thun und (auf der anderen Seite) den Mönchen von Interlaken. Das Kloster erhielt zwar den Kirchsatz, aber nicht den "Zehnten". das Recht auf diesen Zins bekam das Kloster erst 1307.

1467 fand eine "Kirchweihe", also eine Art Wiederweihe, der Kirche statt und im Jahr 1506 bekam das Gotteshaus einen neuen Taufstein.

Die Reformation führte 1528 der Pfarrer Albert Vogt getreulich nach den Weisungen Berns ein.

1579 erhielt die Kirche die erste Glocke.

Im Jahr 1671 gab es einen Brand, bei welchem die Kirche offenbar fast vollständig zerstört wurde. Der berühmte Baumeister und Architekt Abraham Dünz I. erbaute sie darauf hin neu im Barockstil. Zu Besprechungen weilte er deshalb am 22.3.1677 in Sigriswil, wo er den Neubau mit Pfarrer Müller beredete. Der Glasmaler Güder restaurierte die Wappenscheibe und kreierte offenbar die Wappenscheibe mit dem Sigriswiler Wappen. Diese trägt die Jahrzahl 1674.

1807 wurden die Kirchenfenster erneuert und die alten Glasfenster leider zu einem Spottpreis an einen Glaser in Thun verscherbelt. 1868 bekam der Turm zwei weitere Glocken.

In der Kirche befinden sich viele schöne Fresken, wie z.B. eine Darstellung des Christophorus, eine Kreuzigungsszene, sowie der Heilige Gallus und die Heilige Verena. Die Kanzel stammt aus dem Jahr 1602. Sehenswert ist die sogenannte Mosestafel mit den 10 Geboten auf der Südseite des Schiffes. Die heutigen neuen Kirchenfenster stammen von Robert Schär aus Steffisburg. Weiter befindet sich die Grabtafel des Pfarrer Daniel Müller (1625-1669) in der Kirche.

Die Glocken des Gotteshauses stammen alle aus dem 19. Jahrhundert.

Berühmte Persönlichkeiten in Sigriswil waren der Pfarrer Carl Howald, der zahlreiche Schriften verfasste, sowie der Dichter Gottlieb Jakob Kuhn. Dieser kam als Vikar nach Sigriswil.

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